Gebäck zur Faschingszeit

Schon meine Mutter hat für uns Kinder zu Fastnacht (Fasching, Karneval – je nach Region) schon „Fastnachtsküchelchen“ gebacken. Heute weiß ich, dass dieses Gebäck viele Namen hat. Kreppel, Berliner, Pfannkuchen, Krapfen, Schmalzgebäck usw. je nachdem, wo man sich gerade befindet. Egal wie diese Dinger heißen, sie schmecken einfach köstlich. Wenn ich die backe, schlagen wir erbarmungslos zu. Als würden sie demnächst verboten. Da ich der Einfachheit halber immer 1 Kg Mehl (das passt gerade so gut zu einem Würfel frischer Hefe) verbacke und meine Frau und ich diese Menge nicht alleine bewältigen, helfen uns bei der Vernichtung dieser, ach so köstlichen, Gebäckstücke meine Schwägerin und deren Anhang. Das freut uns, denn so hat dann jeder etwas davon.

Oft werde ich gefragt: „Wie machst Du denn den Hefeteig? Gibt es da ein Geheimnis?“ Nun, das Geheimnis beim Hefeteig ist: es gibt keins. Mit Hefeteig ist es wie mit allem anderen auch. Soll er gelingen, dann braucht man etwas Zeit und beste Zutaten. Und meiner Meinung nach gibt es keinen Teig, der einfacher herzustellen ist. Hier mal schnell mein Rezept:

  • 1000 g    Weizenmehl (bevorzugt Typ 550)
  •   500 ml  Milch
  •   125 g     Butter in kleinen Würfelchen (Zimmertemperatur)
  •   125 g     Zucker (bevorzugt feinster Zucker)
  •   12,5 g    Salz
  •   1 Würfel Hefe (41,5 g)
  •       1         Ei

Ich erwärme die Milch auf ca. 37°C (handwarm) und bröckele die Hefe dazu. Dann rühre ich die Hefe und die Milch mit einem Schneebesen glatt. 

Alle Zutaten nun zusammen in eine Rührschüssel (Küchenmaschine) geben und auf Stufe 1 ca. 5 Minuten kneten. Dann auf Stufe 2 schalten und nochmals 5 – 8 Minuten kneten (der Teig sollte zu einem Ballen geknetet sein). Nun entferne ich den Knethacken aus der Maschine und decke die Knetschüssel mit Klarsichtfolie ab. Der Teig muß nun „gehen“ (gären).

 

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Dies dauert, je nach Raumtemperatur ca. 1-1,5 Stunden. In dieser Zeit sollte der Teig keiner Zugluft ausgesetzt werden. Das hat Hefeteig nicht so gerne. Inzwischen hat der Hefeteig sein Volumen verdoppelt. Danach gebe ich etwas Mehl auf eine Arbeitsplatte (ich habe dafür einen Tisch mit geölter Buchenholzplatte – toll). Darauf kommt nun der Teig. Den knete ich nun zu einem runden Teigstück.

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Mit der Hand drücke ich den Teig dann flach, um ihn danach mit einer Teigrolle besser ausrollen zu können.

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Den Teig rolle ich ca. 1 cm dick aus. Dann beginne ich mit dem Schneiden. Zuerst schneide ich Streifen von ungefähr 7 – 8 cm Breite, danach die Streifen in Rauten. Mit Omas Teigrädchen geht das am besten.

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Die Rauten lege ich etwas auseinander (der Teig muss nun nochmals gären), damit sie nicht aneinander kleben. Dann decke ich die Rauten mit Klarsichtfolie ab (Hefe entwickelt beim Gären Gase und wenn die nicht entweichen können, „geht“ der Teig schneller).

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In der Zwischenzeit bereite ich mir schon mal alles vor, was ich sonst noch benötige. Da wäre zuerst mal ein flacher Topf (darin backe ich gleich meine Hefekrapfen), ungefähr 2 cm hoch gefüllt mit Kokosfett. Kokosfett ist ein MUSS. Nehmen Sie um Himmelswillen bloß kein Fritürenfett oder sonst irgend ein Öl. Nur mit dem etwas teureren Kokosfett haben Sie die Gewähr, dass das Gebäck nachher nicht nach Fett schmeckt. Es gibt zum Frittieren einfach nichts besseres. Dann brauche ich noch 3 Schüsseln. Eine lege ich mit Küchenkrepp aus (das saugt von meinen Krapfen das überflüssige Fett auf), in die nächste kommt Zimtzucker (selbst hergestellt mit Ceylon-Zimt, nicht mit dem fad schmeckenden Allerweltszimt aus dem Supermarkt) und in die dritte Schüssel kommen dann die Krapfen.

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Wenn mein Fett die Temperatur von ca. 180°C erreicht hat, beginne ich mit dem Backen. Da mein Küchenherd nun mal nicht so genau die Temperatur hält, muß ich sie natürlich ständig höher oder niedriger regeln. So tragisch ist das aber auch nicht. Nun geht es los mit der Backerei. Die Krapfen sind nun nochmals schön aufgegangen und ganz zart. Einzeln lege ich sie ins heiße Fett. Ist der Topf voll, kann ich die ersten auch schon wenden.

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Ich wende die Krapfen mit einer Gabel und einer Schaumkelle (die brauche ich ja sowieso noch um die Gebäckstücke nachher aus dem Fett zu holen).

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Aus dem Fett kommen die Krapfen nun, wie schon beschrieben zuerst auf das Küchenkrepp zum Abtropfen. Dann wende ich sie im Zimtzucker und danach kommen sie in die Glasschüssel, in der sie auch serviert werden.

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Inzwischen warten auch schon die ersten Abnehmer auf die (noch warmen) Krapfen.

Übrigens, die Mini-Krapfen in der Schüssel sind für den Bäcker (also für mich, schließlich muss ich ja die Qualität testen)!

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Und schon sind die ersten angebissen. Und das Schönste an dieser Aktion: Ich werde gelobt, gelobt, gelobt. Aber diese echten saarländischen „Fastnachtsküchelchen“ sind auch unbeschreiblich lecker. Kosten kaum etwas und sind schnell gemacht. Die kann ich jedem nur empfehlen!

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Posted: November 9, 2016 By: Comment: 0
AUTHOR

Henrik Engel

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