Olivenöl aus Frankreich

Mit Olivenöl verbinden die meisten Menschen die Länder Italien, Spanien, Portugal und Griechen-land. Das ist nicht zuletzt deshalb so, da die Olivenöle in diesen Ländern oftmals in großen Mengen produziert und in (fast) jedem Supermarkt feil geboten werden. Auch haben seit geraumer Zeit die Discounter Olivenöle im Standard-Angebot. Nun ist aber Olivenöl nicht gleich Olivenöl. Genau wie beim Wein gibt es hier sehr große Unterschiede. Zum Einen ist für den Geschmack eines Olivenöls die Olivensorte verantwortlich und zum Anderen das Terroir (also, die Bodenbeschaffenheit) und nicht zuletzt das Herstellungsverfahren.

Kenner wissen nun, dass einige der besten Olivenöle aus Frankreich kommen. Dies ist eigentlich überhaupt nicht verwunderlich, weiß doch auch bei uns inzwischen jedes Kind, dass Franzosen auf ihr Essen (schon auf die Rohprodukte) sehr großen Wert legen. Aber auch in Portugal werden tolle Olivenöle hergestellt.

Quinta da Plansel, Portugal

Dorina Lindemann,die gebürtige Pfälzerin ist eine ausgewiesene Powerfrau und bringt frischen Wind ins Alentejo, eine der aufregendsten Regionen im Weinland Portugal.
Denn wie keine andere, ist sie mit dem größten Schatz Portugals, den über 300 autochtonen Rebsorten vertraut und dank ihrer Experimentierfreude und Kompetenz in der Lage die jeweils passenden Varietäten für ihre Weine auszuwählen. Seit einiger Zeit presst sie nun ihr eigenes Olivenöl. Ein herrlicher Genuss! Das Extra Vergine zeichnet eine frische, würzige Note nach Mandeln und Äpfeln aus und zeigt eine leichte, freche Schärfe. Im Abgang finden Sie eine frische Citrus-Komponente.
Die portugiesischen Oliven (Cobrancosa, Picual, Arbequina) wurden handgepflückt und schonend kaltgepresst.
Das naturbelassene, pikante Öl eignet sich für viele mediterrane Vorspeisen, Salate und Fischgerichten und es ist reich an Vitaminen.
Die Ölsäure liegt bei minimalen 0,3%

Frankreich

Jean-Benoît Hugues und seine Ehefrau bewirtschaften in Baux (Provence), nahe den Alpilles, eine 45 ha große Fläche mit zum Teil 500 Jahre alten Olivenbäumen. Die rein biologische Bewirtschaftung sowie die Verarbeitung in der eigenen Ölmühle erfolgt ausschließlich in Handarbeit. Hier stimmt einfach alles. Genau wie Spitzenwinzer es bei ihren Reben machen, schneidet Monsieur Hugues regelmäßig seine Olivenbäume. Dadurch und nicht zuletzt durch die Qualität des kalkhaltigen Bodens (Terroir), ist das Olivenöl von Castelas unter Kennern so begehrt. 2004 schrieb der „FEINSCHMECKER“ über das Olivenöl von Castelas „Eine provencalische Revolution“ und „das beste Olivenöl von ganz Frankreich“.

In einer Zeit, da kaum 5-10 % aller im Mittelmeerraum produzierten Olivenöle die gesetzlich vorgeschriebenen Bestimmungen für die Bezeichnung „Vergine“ erfüllen (so MERGUM), verarbeitet Monsieur Hugues fast 80% seiner gepressten Oliven zu Humus. Nur 20 % erfüllen seine Qualitätsvorstellungen für Olivenöl – und kommen in den Handel.

Olivenöle von Castelas dürfen die Bezeichnung AOC (Appelation d‘ origin controlée) mit dem Zusatz „le Vallée des Baux de Provence“ tragen. Diese kontrollierte Ursprungsbezeichnung erhalten nur sehr wenige Öle. Der französische Staat geizt mit dieser Auszeichnung, die ausschließlich den besten Landwirtschafts-Erzeugnissen Frankreichs vorbehalten ist. Um sie zu erhalten, müssen die Erzeugerbetriebe sich äußerst strengen staatlichen  Kontrollen unterwerfen.

Das neueste Produkt von Castelas ist das Fruité Noir. Ein samtiges Olivenöl aus schwarzen Oliven. Man schmeckt schwarze Tappenade, schwarze Oliven sowie Trüffel. Ein Traum von einem Olivenöl.

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Aber es gibt in Frankreich nicht nur Olivenöle mit dem AOC – Zertifikat. Einer der herausragenden Anbieter köstlicher französischer Olivenöle ist A L’OLIVIER . Die Olivenöle (sowie auch alle anderen Erzeugnisse dieser Handelsfirma findet man in den Regalen jedes besseren Feinkostladens. A L’OLIVIER legt ebenfalls sehr großen Wert auf Qualität und ist inzwischen weltweit ein Synonym für „das Feine“. Die Olivenöle von A L’OLIVIER werden vorzugsweise in kleinen Blechkannen zu 1/4 Liter abgefüllt. A L’OLIVIER hat das Aromatisieren von Olivenölen zur Perfektion entwickelt. Wenn man zum Beispiel das mit Basilikum aromatisierte Öl probiert, schmeckt man sowohl die Oliven wie auch  fein nuanciert Basilikum. Das Zitronenöl ist gleich gar nicht aus der mediterranen Küche weg zu denken.

Kennen Sie eigentlich das Chateau d’Estoublon? Nein? Nun, auch mir war das Chateau bis vor ca. 1 Jahr unbekannt. Und doch zählt es zu den ganz Großen. Ursprünglich ein führendes Weingut im Süden Frankreichs (nahe Lyon) mit exclusivem Kundenstamm und unter Kennern gerühmt, besitzt das Chateau aber auch einen Bestand alter Olivenbäume. Das Öl dieser Bäume wird seit einigen Jahren über die Feinkost-Schiene vermarktet. Die Öle vom Chateau d’Estoublon gefallen durch die feinen Aromen von frischem Heu und Zitrusfrüchten. Dadurch dass (besonders bei der Sorte Grossane) kaum Bitterstoffe zu schmecken sind, ist dieses Öl ideal zur Herstellung von Mayonaisen, Aioli und nicht zuletzt zun Dippen. Ein Schälchen Grossane, frisches Baguette und eventuell noch Fleur de Sel reicht als Vorspeise allemal aus.

Grossane

Bedingt durch die große Anzahl der Kochshows in fast allen Fernsehkanälen versuchen sich jährlich mehr ambitionierte Hausfrauen und Hobbyköche an großartigen Rezepten. Selbstverständlich benötigen sie dafür auch gute bis sehr gute Produkte. Dies trägt natürlich dazu bei, dass auch die Produkte von  Firmen wie A L’OLIVIER und Castellas und Chateau d’Estoublon immer häufiger Einzug in deutsche Küchen halten.

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Posted: November 9, 2016 By: Comment: 0
AUTHOR

Henrik Engel

All stories by: Henrik Engel